EINER VON UNS
Die Präsidentin von Secular Pro-Life Kelsey Hazzard. Foto: Secular Pro-Life

Im Interview spricht die Präsidentin der konfessionsfreien Organisation Secular Pro-Life Kelsey Hazzard über neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit für den Lebensschutz.

In Deutschland wird die Lebensschutzbewegung fast ausschließlich von religiös motivierten Menschen getragen. Sie nehmen ausdrücklich eine säkulare Perspektive ein. Wie ist die verankert?

Kelsey Hazzard: Wir glauben, dass jeder Mensch angeborene Rechte besitzt, und das Recht zu leben ist das wichtigste davon. Das ist ein geradezu universeller Wert, der in vielen Aussagen über die Menschenrechte enthalten und nicht das Monopol irgendeiner Religion ist. Medizinische Erkenntnisse belegen zweifelsfrei, dass das menschliche Leben im Mutterleib beginnt und dass Abtreibung das Leben eines Menschen beendet.

Unabhängig von dem, was Abtreibungsbefürworter sagen, ist das Recht auf Leben kein Verdienst. Weder muss man bestimmte Fähigkeiten aufweisen noch unabhängig sein, um Menschenrechte zu haben. Ungeborene Kinder, Menschen mit Behinderungen und andere verletzbare Mitglieder der Menschheitsfamilie verdienen den Schutz der Gesellschaft vor Gewalt. Man darf über sie gewiss nicht »verfügen«, auch wenn sie mächtigeren Menschen Unannehmlichkeiten bereiten.

Arbeiten Sie auch mit Lebensschützern aus dem religiösen Lager zusammen? Wie sieht diese Zusammenarbeit aus? Wird das Angebot wahrgenommen?

Kelsey Hazzard: Secular Pro-Life ist offen für alle Aktiven, die für das Leben kämpfen. Das schließt atheistische und christliche Mitglieder ein, aber auch Menschen von Minderheitenbekenntnissen wie den Mormonen und neureligiösen Bewegungen. Wir sind glücklich, dass wir Seite an Seite mit religiösen Lebensschutzorganisationen arbeiten können, sofern wir uns auf eine säkulare Linie einigen können. Zum Beispiel haben wir uns an der Kampagne von religiösen und säkularen Gruppen beteiligt, die Spenden für Mütter mit geringem Einkommen sammelte. Aber wir beteiligen uns natürlich nicht an religiösen Projekten wie Gebetszeiten.

Stehen Sie eher auf der politisch linken oder eher auf der rechten Seite?

Kelsey Hazzard: Die Mitglieder von Secular Pro-Life engagieren sich in allen Bereichen des politischen Spektrums.

Normalerweise sind die Werte des linken Lagers mit denen von Lebensschützern nicht vereinbar. Um es polemisch zu formulieren: Die Menschenrechte, die die Linken im Munde führen, gehen immer auf Kosten von andern, zum Beispiel dem ungeborenen Leben. Wie wollen Sie diesen Gegensatz auflösen?

Kelsey Hazzard: Das Problem ist die Unterstützung von Abtreibung. Abtreibung ist absolut inkompatibel mit liberalen Bekenntnissen zur Gleichheit und zum Vorsatz, den Schwachen beiseite zu stehen. Aber es gibt auch konservative Befürworter der »Wahlfreiheit«, die argumentieren, dass Abtreibung der Rettung eines Kindes aus einer armen Familie und Finanzierung seines Lebensunterhalts durch staatliche Programme vorzuziehen ist. Für Secular Pro-Life sind beide Positionen abscheulich.

Die Sprüche, die Sie auf Aufklebern etc. verbreiten, sind ganz schön provokativ für Abtreibungsbefürworter. »Töten oder nicht töten: Das ist ›Die Wahl‹« oder »DEIN Körper ist nicht der einzige Körper, der betroffen ist«. Wie sind die Reaktionen?

Kelsey Hazzard: Wir haben ein paar unfreundliche Sätze gehört, aber normalerweise heben sich die Unterstützer von Abtreibung ihre Bosheiten für größere Lebensschutzorganisationen auf.

Bitte geben Sie den deutschen Pro-Life-Aktivisten einen Rat: Wie kann es ihnen gelingen, Bündnisse mit nicht-religiösen Menschen zu schließen, die sich für das Leben stark machen wollen?

Kelsey Hazzard: Machen Sie bekannt, dass Ihre Lebensschutzorganisation nicht konfessionell gebunden ist. Machen Sie mehr, als nur Gebetszeiten anzubieten; eröffnen Sie nicht-religiösen Menschen, die sich für den Schutz des Lebens einsetzen wollen, eine Möglichkeit mitzumachen. Entwickeln Sie Argumente, für die man keine religiösen Überzeugungen braucht – wie die Europäische Bürgerinitiative EINER VON UNS. Auf unserer Website – SecularProLife.org – gibt es übrigens kostenlose Broschüren, Videos und Artikel, die Sie für Ihre Öffentlichkeitsarbeit verwenden können.

Vielen Dank für das Interview.

Auf FreieWelt.net können Sie das Interview auch in der englischen Originalfassung lesen.

(13. Dezember 2013)

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